Spezialambulanz für Motoneuronerkrankungen (u.a. Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und Spinale Muskelatrophie (SMA))

Bei den sogenannten Motoneuronerkrankungen sind die Nervenzellen erkrankt, die für die Steuerung der Muskeln an Armen und Beinen aber auch am Brustkorb sowie im Mund und Schlund zuständig sind (sog. Motoneurone). Typische Symptome sind eine fortschreitende Muskelschwäche mit Lähmungen, Schrumpfen der Muskulatur (sog. Muskelatrophien), Veränderungen des Muskeltonus (z.B. Spastik, schlaffe Lähmung) und kleine Zuckungen der Muskulatur (sog. Faszikulationen).

Die häufigste Motoneuronerkrankung ist die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Hauptsymptome der ALS sind eine zunehmende Muskelschwäche an Armen und Beinen sowie Probleme beim Sprechen und Schlucken. Therapeutisch ist in Deutschland das Medikament Riluzol zugelassen, zudem gibt es seit 2017 in den USA eine Zulassung für das Medikament Edaravone. Daneben gibt es eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten, um einzelne Symptome der Erkrankung wie z.B. Muskelkrämpfe oder vermehrten Speichelfluß abzumildern. Neue Therapien werden aktuell in Studien untersucht.

Die spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine erbliche Motoneuronerkrankung, die häufig schon im frühen Kindesalter beginnt. Es gibt allerdings auch Verlaufsformen, die erst im frühen Erwachsenenalter zu ersten Symptomen führen. Dabei kommt es zu einer fortschreitenden schlaffen Muskelschwäche an Armen und Beinen. Die Therapie erfolgte bislang weitgehend symptomatisch, seit dem Jahr 2017 gibt es allerdings die Möglichkeit, mit dem Medikament Nusinersen (Spinraza©) die Erkrankung auch kausal zu behandeln mit der Hoffnung, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

In der Hochschulspezialambulanz für Motoneuronerkrankungen der UMG bieten wir eine umfangreiche Diagnostik (auch zur Zweitmeinung), alle zur Verfügung stehenden Therapien und eine langfristige ärztliche Betreuung von Patienten mit Motoneuronerkrankungen an. Auch Therapien mit Edaravone und Nusinersen (Spinraza©) werden bei uns nach Zustimmung durch die Krankenkassen durchgeführt. Im Rahmen von klinischen Studien werden neue Therapieansätze geprüft. Hier ist insbesondere die ROCK-ALS-Studie zu nennen, die von der Universitätsmedizin Göttingen initiiert und geleitet an mehreren Zentren in Deutschland, der Schweiz und Frankreich durchgeführt wird (http://rock-als.uni-goettingen.de/). Die Ambulanz ist Mitglied des neuromuskulären Zentrums Göttingen. Im Rahmen des deutschen Motoneuronnetzwerks (MND-Net) sind wir mit den anderen universitären Zentren zur Behandlung von Motoneuronerkrankungen verbunden und nehmen an verschiedenen wissenschaftlichen Studien teil.

Sprechstunden: jeden 1. Mittwoch im Monat 8-15h sowie jeden zweiten Freitag 10-13h.

Ansprechpartner / Kontakt
Jan Koch
PD Dr. Jan C. Koch
Oberarzt
Pieper:
919-6816
E-Mail:
jkoch@med.uni-goettingen.de

Spez. neurologische Intensivmedizin

Anmeldung und Terminvergabe:
Sekretariat: Bettina Schäfer
Telefon:
0551-39-8432
Telefax:
0551-39-8405
Ort:
Leitstelle Neurologie, Aufzug B1, Ebene 2
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